



© Bertrand Carlier
Le Yak
Bos grunniens
Yaks gehören zur Gattung Rinder und stammen aus Zentralasien und dem Himalaya Gebirge, wo sie auf 3000 bis 5000 Meter über Meer leben. Die Wildyaks sind sogar bis auf Höhen von 6000 Meter zu finden, wo die Temperatur acht Monate im Jahr unter Null liegt. Da die Vegetation in diesen Gebirgswüsten sehr spärlich ist, legen die Yaks grosse Distanzen zurück um ihre Nahrung zu finden und klettern in die entlegensten Winkel der Berge.
Die domestizierten Hausyaks sind kleiner als ihre wilden Verwandten. Dank ihnen können die Nomaden auf den kargen Hochebenen oberhalb der Waldgrenze überleben: der Yak gibt ihnen Milch, Fleisch, Wolle für Kleidung, grobes Haar für Seile und Zelte, Felle, Leder, Hörner und Knochen für Werkzeuge und Kunsthandwerk und schliesslich Dung zum Kochen und Heizen. Lange waren die Yaks das einzige Transportmittel in den Bergen und Hochebenen des Tibets und die einzigen Tiere, die schweres Gepäck über Pässe von 6000 Meter Höhe tragen konnten und wurden deshalb « das Boot des Hochplateaus » genannt. Yaks werden als Lasttiere, sowie auch zum Pflügen und Dreschen und seltener zum Reiten gebraucht. In der Literatur findet man Angaben, dass die Yaks mit einer Last von 50-80kg 20-30km pro Tag zurücklegen können. In meiner Erfahrung haben wir auf einer zweimonatigen Reise einen Durchschnitt von ungefähr 15km pro Tag zurückgelegt, während die Yaks etwa 40kg trugen. Bei diesem Rhythmus blieben die Yaks in guter Gesundheit und hatten genug Zeit zum Widerkäuen, Fressen und Ruhen.
Eine Yakkuh hat eine Widerristhöhe von 100-120cm und wiegt zwischen 200-300kg; der Stier erreicht eine Höhe von 130-150cm mit einem Gewicht von 400-600kg. Yaks haben einen ausgeprägten Widerrist, einen pferdeähnlicher Schwanz, Stirnfransen, Mähne und einen langen Bauchbehang. Eine dicke Schicht Unterwolle schützt die Yaks im Winter vor der Kälte; im Frühjahr verlieren sie diese Wolle, die man dann zur Verarbeitung ausbürsten kann. Yakwolle ist weicher und ca. 10% wärmer als Merinowolle, sie erinnert an Kaschmir, ist aber strapazierfähiger. Yaks kommen in allen Farbvarianten vor: am häufigsten sind schwarze, aber es gibt auch braune, silbrige, weisse und gescheckte Tiere. Die ursprüngliche Farbe des Wildyaks ist schwarz mit silbriger Nase und einem silbrigen Aalstrich. Die Hörner der Yaks sind lang und leicht nach hinten geschwungen, es existieren aber auch genetisch hornlose Yaks, die man vor allem in der Mongolei findet.
Yaks sind Gebirgstiere von grosser Ausdauer, mit kräftigen Beinen und kleinen, harten Klauen, die ihnen auch auf dem Eis Halt geben. Ihre anatomische Konfiguration erlaubt ihnen sich in steilen Hängen fortzubewegen. Stoisch, bewahren sie Ruhe in schwierigen Situationen. Sie können durch reissende Bergbäche schwimmen und baden gerne, wenn es heiss ist.

Yaks in der Schweiz
Im Jahr 2024 gibt es in der Schweiz etwa 1200 Yaks. Man findet sie hauptsächlich in den Bergregionen. Sie stammen größtenteils von den Yaks ab, die Ende des 19. Jahrhunderts von Asien nach Europa geschifft und in unsere zoologischen Gärten integriert wurden. Heutzutage ist es nicht mehr erlaubt, Yaks von Ländern außerhalb der Europäischen Union zu importieren. Die jüngsten Linien, die man bei uns findet, stammen aus den ehemaligen Ostblock Ländern, die erst kürzlich der Europäischen Union beigetreten sind. 1895 kamen die ersten Yaks in die Schweiz, in den Zoologischen Garten in Basel.
Im Jahr 1973 wurde in den Schweizer Alpen ein erster Versuch gestartet, Yaks als Nutztiere einzusetzen. Die Idee war, dass diese robusten Tiere einen Mehrwert für die Landwirtschaft in den Bergen darstellen könnten, da sie sehr genügsam sind und auf steilen und schwer zu bewirtschaftenden Hängen weiden. Dieser Versuch wurde einige Jahre später aus verschiedenen Gründen wieder aufgegeben. Ab 1995 importierte Daniel Wismer (Wallis), einer der bedeutensten Pioniere der Yakzucht in der Schweiz, Yaks aus verschiedenen europäischen Zoologischen Gärten und von deutschen Händlern oder Züchtern. Sein Vorbild inspirierte andere Bauern, die nach alternativen Bewirtschaftungsformen suchten und so entstanden die ersten Yakhöfe in der Schweiz.
Der Hauptgrund Yaks zu halten, ist in der Regel eine Faszination für diese haarigen Tiere mit ihrer majestätischen Schönheit, die uns einen Hauch Himalaya beschert. Darüber hinaus macht die Tatsache, dass sie robust, anspruchslos und sowohl an Höhe als auch an steile Hänge angepasst sind, sie besonders für kleine Bergbauernhöfe interessant. Da die einheimischen Rinderrassen zunehmend auf Leistung gezüchtet werden, sind sie schwerer und daher weniger für steiles Gelände geeignet. Auch können Yaks eine interessante Alternative zu Schafen sein. Daher wächst das Interesse an Yaks für den Erhalt schwierig zu bewirtschaftenden Böden für die Landwirtschaft in den Alpenregionen.
Die Schweiz ist ein Pionierland in der Yakzucht: Sie ist das einzige europäische Land, das ein Herdenbuch für die Yaks führt. 2003 kam eine Gruppe motivierter Yakzüchter zusammen und gründete den « Schweizerischen Yakzucht Verein". Der SYV zählt im Jubiläumsjahr 2023 75 Mitglieder und ist für die Führung des Zuchtregisters der Schweizerischen Yaks zuständig. Dieses ermöglicht es, die Tiere und ihre Vorfahren zu registrieren, um Inzucht zu verhindern und einen gesunden Bestand zu erhalten. Seit 2005 ist das Herdenbuch dem Züchterverband für seltene Nutztierrassen (ZV SNR) angeschlossen.
In der Schweiz werden die Yaks, wie die schottischen Hochlandrinder, zu den extensiven Rinderrassen gezählt. Die Tiere werden hauptsächlich wegen ihres Fleisches in Mutterkuhherden gehalten. Milch und Wolle werden selten oder nur für private Zwecke genutzt. Nur wenige Züchter bilden ihre Yaks als Arbeitstiere zum Tragen aus und bieten Trekkingtouren in den Bergen an.